5.8.2006:
Ankunft in Delhi. Man, es ist sehr heiß und die Luft sehr unangenehm und muffig feucht. Gleich ab in den Bus und uns steht eine lange Reise in Richtung Agra bevor. Noch ahnen wir nicht, dass dieser Trip gefährlich sein wird.
Der Busfahrt nach Agra hat statt 4 Stunden fast 6 Stunden gedauert. Im Bus war man entweder in einer Sauna oder in einer Eistruhe. Die Klima-Anlage hatte nur die Werte 0 und 1 gekannt. Das Faszinierende bei der Busfahrt war, dass ich sehr oft befürchten musste, dass wir einen Unfall haben werden. Jeder auf der Straße hupt jeden an. Trotz Hupen und Rote Ampeln ja nicht stehen bleiben, einfach nur weiterfahren. War echt sehr actionreich. Weiters hat mich das Leben auf der Autobahn sehr fasziniert. Sehr viele Gegensätze, von arm bis reich. Aber meist waren die Inder für uns sehr arm, aber scheinen auch glücklich zu sein.

Im Jaypee Hotel angekommen wurden wir vom sehr freundlichen Personal begrüßt. Das Hotel ist wunderschön und ich hatte die Ehre ein Zimmer mit Alex zu teilen. Alles war meist okay, solange kein Red Bull in Action kommt.
6.8.2006:
Am Sonntag kamen immer mehr und mehr Teilnehmer des Imagine Cup an. Wir wollten auch T-Shirts und Microsoft Ausweise haben und waren ebenfalls gleich dort, um alles einzusammeln.
Am selben Abend gab es eine Willkommensfeier mit indischer Vorstellung. Auch wurden an diesem Tag die Verlosungen der Software Design Präsentationen durchgeführt. Also waren unsere Präsentationstermine am Montag für Lightening Round um 12:15 und für First Round in der letzten Einheit um 20:15. Wir haben die Präsentationsräume später aufgesucht und auch fleißig geprobt. Leider hat die Corina schon die ersten Symptome von Agina bekommen.
7.8.2006:
Lightening Round ist sehr gut verlaufen. Alex hatte schon wieder eine schlaflose Nacht gehabt, um noch das Spiel Hit’n Run von Bluetooth-Basis auf WLAN-Positioning umzustellen. Danke an Red Bull. J Dann kam die Stunde des 1st Round. Die Präsentation lief sehr gut, aber leider hatten wir bei der Demo einen Ausfall unseres WLAN-AP gehabt. Und zuvor während der Präsentation ist ein Jury-Mitglied ausgefallen, weil die Jurorin sich nicht wohl gefühlt hat. Die Ergebnisse für die 12 Finalisten der nächsten Runde wurden nicht in dieser Nacht veröffentlicht und sollten erst zu Mittag am nächsten Tag bekannt gegeben werden. Na super, das hieß für uns, Folien für 2nd Round erstellen. Alle waren müde, Corina ging es noch schlechter und konnte kaum noch reden, geschweige Stärkung zu sich nehmen.
8.8.2006:
Jedes Team musste den ganzen Vormittag an seinem eigenen Stand sein Projekt vorstellen. Ich hatte die Ehre, den Vormittag Sport zu betreiben (Spiel vorstellen und raus rennen) und Alex war fast schon wie ein sich wiederholendes Tonbandgerät.
Corina musste wegen Angina im Zimmer bleiben und bereitete für uns die Folien des 2nd Round vor. Tja, die Entscheidung ist dann gefallen und wir sind nicht weitergekommen. Irgendwie schade und enttäuschend für das Team. Aber später dann war ich dann auch erleichtert. Jetzt hatten wir mehr Zeit für uns, und um Indien besser kennenzulernen. Wir waren alle sehr erschöpft und ich hatte schon eine weiße Eidechse im unserem Zimmer gesehen, die wirklich existiert hat, aber leider nicht weiß.
Nach einer kurzen Erholung gab es am Abend im Leisure Room eine Party. Es gab Gratis-Bier für (fast) alle und ein geiles Shooting-Game. Corina ging es vorübergehend inzwischen auch besser und knüpfte fleißig Kontakte mit anderen Teilnehmern.
9.8.2006:
Die meisten Imagine Cup Teilnehmer haben an einem Restorationsprojekt teilgenommen. Wir und einige andere sind aber stattdessen nach Agra (Markt) gefahren und haben dort eingekauft. Sehr schöne Saris gab es dort und zum ersten Mal Kontakt mit den Einheimischen auf der Straße. Sehr aufregend.

Am Nachmittag ging es dann zum imposanten Taj Mahal. Es war sehr heiß und ich hatte meinen ersten Sonnenbrand in Indien.

Am Abend gab es einen Indian Cultural Night. Corina hat sich ein traditionelles Kleidungsstück aus Österreich angezogen und musste auch noch vor allen anderen mit ebenfalls traditionell gekleideten Teilnehmern vortanzen. Hier konnte man fühlen, dass die meisten Spannungen der Teilnehmer verflogen sind und sie alle den Abend genießen konnten. Es wurden Geschenke ausgetauscht und wir verteilten Mozart Kugeln und Taler. Ein wirklich schöner interkultureller Abend war es, wenn es nicht das Problem mit der Busliste zur Abreise nach Delhi wäre. Um 1 Uhr in der Früh gab es noch immer keine Liste und gab es schon verschiedene Meinungen, wann wir tatsächlich abfahren.
10.8.2006:
Chaos pur. Die Liste wurde in der Früh ausgehängt und alle bekamen Busse und Hotels zugewiesen. Nur wann fahren die Busse weg? Alle zwischen 5 und 5:45 Uhr. Na super, lange Schlangen und es geht nichts weiter. Tolle Organisation! Dann kam die Meldung, dass wir irgendeinen Bus nehmen sollten. Hauptsache wir kommen nach Delhi. Das österreichische Team war auf 4 Bussen aufgeteilt. Die Fahrt nach Delhi war diesmal kürzer und es gab „nur“ 7 Unfälle auf dem Weg. Naja, interessante Statistik.
In Delhi angekommen, wurden wir alle ins Ashok Hotel gebracht, um dort weitere Infos zu erhalten und es gab auch Lunch. Um 14 Uhr sollten dann die 6 Finalisten von Software Design ihre Präsentationen abhalten. Alle Teilnehmer schwärmten aus, um in ihr tatsächliches Hotel einzuchecken. Tja, auch da hat die Organisation versagt und im Shangri-La Hotel war es inzwischen 15 Uhr, als ich mein Zimmer bekam. Leider habe ich dadurch 1,5 Software-Design Präsentationen versäumt. Am Abend gab es dann die Präsentationen zu Interface Design und Short Films. Danach wurden alle Teilnehmer in ihr Hotel gebracht. Richard (17-jähriger Top 6 von Algorithmus aus Ungarn), Moritz (deutscher Top 6 aus Algorithmus) und ich haben uns gelangweilt, da es weder Fun noch Gratis-Internet im Hotel gab. Die Sache mit Internet ist eine lange Geschichte. Ist wie ein Glücksspiel, d.h. wenn man Glück hatte , konnte man eine Verbindung irgendwo erwischen (Agra bzw. in Ashok).

11.8.2006
Richard, Corina, István (Ungarischer ADE) und ich gingen dann in Nahe gelegenen Märkten einkaufen, mussten aber zeitig zurück, da das Festival mit Gewinner-Ernennungen zu Mittag im Ashok anfing. Bei der Rückfahrt konnten wir live das erste Mal das Gefühl haben, wie actionreich eine Tuk-Tuk-Fahrt (weiß nicht, wie die indischen kleinen, dreirädigen Taxis heißen) sein kann.

Das ganze Team war glücklich und stolz, dass der Andreas Tomek den ersten Platz bei IT gewonnen hat. Gratulation!!!


Am Nachmittag waren wir alle wieder im Hotel und eine Gruppe von 14 Leuten wollten dann wieder an den Märkten einkaufen gehen. Tja, aber diesmal haben uns die Security-Leute Probleme bereitet. Auch wegen Terror-Warnungen aus UK haben die zuerst vorgeschlagen, dass wir alle Taxis nehmen, die Taxis dort am Markt warten lassen und dann zurückfahren. Dann schlugen sie uns einen Bus vor und nach 45 min dann die endgültige Entscheidung, dass wir zu Fuß einkaufen gehen können, aber mit Security-Begleitung.
In dieser Nacht gab es noch eine sehr schöne Abschiedsparty für alle. Die Teilnehmer tauschten Daten aus und es wurde getanzt, getrunken, geplaudert usw.
12.08.2006
An diesem Tag gab es City Tours (Sightseeing, Shopping und Tempel). Corina und Alex waren auf Shopping Tour und der Rest des Österreich Teams (Andreas S., Andreas T. + Freundin, Herbert, Helmut und ich) hatte eine privat gebuchte Tour, welche der Herbert für uns organisiert hat. Wir besuchten einige Sehenswürdigkeiten und hatten auch Gelegenheiten einzukaufen. Eigentlich waren wir eher Bustouristen, die die meiste Zeit im Bus saßen wegen der Klimaanlage.

Im Hotel zurück haben wir alle noch einmal gemeinsam Abend gegessen (Danke an Herbert) und dann ging es um 22 Uhr Ortszeit zum Flughafen. Unser Flug war erst um 01:50 Uhr, aber zum Glück waren wir früher dort. Es gab eine lange Schlange vorm Check-In und das tollste wir hatten Probleme mit dem Handgepäck. Es hat geheißen, nur ein Handgepäck pro Person. Also alle mussten einiges Umschichten. Da ich 2 Notebooks im Rucksack hatte, hatte ich die Befürchtung, dass ich ein Notebook in Delhi zurücklassen muss. Aber ich bin glücklicherweise mit 2 Handgepäcksstücken trotzdem durchgekommen. Der Flug nach Hause verlief für mich die meiste Zeit schlafend.
Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, nach Indien fliegen zu dürfen. Es ist ein tolles Erlebnis und das Imagine Cup eine tolle Idee. Ich hatte die Möglichkeit verschiedenste Menschen aus verschiedenen Ländern der Erde kennenzulernen, Ideen und Inspirationen zu holen und neue Freundschaften knüpfen. Ich bin fasziniert von der indischen Kultur, vom Essen und von den Menschen. Weg von den Grenzen und Problemen auf der Welt in dieser eine Woche, wie Kriege usw., und lernen, dass unsere Welt mehr zu bieten hat. Ich möchte mich bei allen, besonders bei Alex, Corina und Andreas Schabus, für die schönen, unvergesslichen Erlebnisse bedanken.










